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SCREAM BLOG

der Blog rund um Stimme und Gesang UND SCREAMING

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DARF ICH VORSTELLEN: dein Instrument Stimme

Stimme ist vor allem Kommunikation und Ausdruck von Emotionen, Gedanken und Wünschen. Und ob du es willst oder nicht, du transportierst auch immer Informationen über dein Wohlbefinden in deiner Stimme. Stimme ist also auch ein Barometer dafür, wie es dir gerade geht.

Dein Instrument Stimme ist komplex und raffiniert aufgebaut. Viele Knorpel, Muskeln und Bänder sind dafür verantwortlich, dass ein Ton entsteht. Und zwar in deinem Kehlkopf:

VIELE KLEINE EINZELTEILE BILDEN EIN GROßES INSTRUMENT: der Kehlkopf

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Auf der Luftröhre sitzt der Ringknorpel (Cartilago cricoidea) auf dem wiederum die Stellknorpel/Aryknorpel (Cartilagines arytaenoidea) sitzen. Diese Stellknorpel spielen eine große Rolle für die Tongebung, da sie sich durch die inneren Kehlkopfmuskulatur in mehrere Richtungen bewegen lassen. Sie öffnen und schließen die Stimmbänder/Stimmlippen, die am einen Ende von den Stellknorpeln, sowie am Schildknorpel (Cartilago thyroidea) befestigt sind. Der Schildknorpel bildet den größten Kehlkopfknorpel und ist von außen ertastbar. Der am stärksten hervortretende Teil des Schildknorpels ist als Adamsapfel (Prominentia laryngea) bekannt. Der Kehldeckel hat eine Schutzfunktion. Er verschließt den Kehlkopf und damit die Luftröhre beim Schlucken. Gleichzeitig werden auch die Stimmlippe geschlossen, damit man Nahrungsbestandteile nicht einatmen kann. Du spürst die Verschlussbewegung und das sich dein Kehlkopf beim schlucken leicht senk, wenn du deine Hand sanft an den Hals legst.

KEHLKOPFMUSKELN: innere und äußere

Die Kehlkopfmuskeln sorgen für die nötige Bewegung und Veränderung der Stimmlippe (die aus dem Stimmband und dem Musculus Vocalis bestehen). Sie können die Stimmlippe öffnen, schließen, spannen und für hohe Töne dehnen. Dabei unterscheidet man zwischen innerer und äußerer Kehlklopfmuskeln. (M. arytenoideus obliqua, M. arytenoideus transversa, M. cricoarytenoideus posterior, M. cricoarytenoideus lateralis, M. thyorarytenoideus interna- oder auch M. vocalis genannt).
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Der äußere Kehlkopfmuskel (Musculus cricothyroideus - oder CT genannt) ist für die Dehnung und Verlängerung der Stimmlippen verantwortlich und macht hohe Töne also erst möglich. Und wie jeder Muskel in unserem Körper, werden auch die Kehlkopfmuskeln durch Training und regelmässiges Singen stärker. Stell dir das so vor, wie bei der Saite einer Gitarre. Je mehr die Saite gespannt/gedehnt ist, desto höher ist der Ton.
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Je gespannter die Stimmbänder/Stimmlippen, desto höher der Ton
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Hier siehst du die äußeren Kehlkopofmuskeln CT (M. cricothyroideus)
Der Sound deiner Stimme kann sich durch unterschiedliche Einstellungen von Stimmlippen, Mundraum, Rachenraum oder Kehlkopfposition (gesenkt oder gehoben) verändert werden. UND dieses fantastisch vielseitige Instrument bringt auch die unterschiedlichen Knarreffekte hervor, die wir fürs Screaming verwenden. Alles Einstellungssache!

DEINE EINSTELLUNG ZÄHLT

  • Für die Atmung sind die Stimmlippen geöffnet.
  • Für die Phonation und Tonbildung sind sie geschlossen und nur ein Luftstrom versetzt die Stimmlippen in Schwingung, was wir als Ton wahrnehmen.

Die Bildung deines Tones ist also von einem harmonischen Zusammenspiel von Atem- und Stimmmuskulatur abhängig. Und auch hier ist die richtige Balance aus Stimm- und Atemdruck nötig. Nicht zu viel, aber auch nicht zu wenig. Ein gepresster Ton wird meist durch zu viel Aufwand und einer ungesunden Dosis von Stimmdruck erzeugt. Und das fühlt sich auch nicht gut an.

Das erste Video zeigt den Aufbau von Kehlkopf und Kehlkopfmuskeln, sowie die Funktion von Atemstellung, Flüstern, tiefem und hohen Ton sehr schön. Und im zweiten Video sieht man sehr gut, wie die Stimmlippen Wellenförmig für die Phonation aneinander vibrieren.

JA, UND SO SIEHT DEIN INSTRUMENT STIMME WÄHREND DEM SINGEN AUS:

Sei gut zu deinem Instrument und pflege es gut, denn Stimmlippen lassen sich nicht ersetzen, wie etwa gerissene Saiten einer Gitarre.
Alles was die Stimme benötigt, um gut zu funktionieren, ist ausreichend Flüssigkeit, regelmässiger Schlaf, gesunde Ernährung und vor allem eins: Spaß am Singen.
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